Don't Panic - In Dresden gibt es Whisky!

Das Leben war wieder schön!
 
<Werbung weil ich eingeladen war>

Auf Einladung der Brennerei Hellinger 42 in Dresden war ich letztes Wochenende in ebenjener wunderschönen Stadt. Zusammen mit einer Gruppe anderer Blogger und Vlogger durfte ich in jede Ecke der Dresdner Whiskymanufaktur und in eines der Fasslager schauen und natürlich auch den ein oder anderen Tropfen probieren.

 
Los ging unser Trip vom Hotel zur Brennerei im Touri-Doppeldeckerbus. Im Dresdener Alberthafen ist die aktuell größte deutsche Whiskybrennerei entstanden und hat auch ein tolles Besucherzentrum verpasst bekommen. Genau dort haben wir den Bus verlassen und uns umgeschaut. Nach einer kurzen Einleitung zur Entstehung der Brennerei und ein bisschen Geschichte führte man uns in zwei Gruppen durch die Produktion.



Durch das wohl nerdigste Treppenhaus, das je ein Whiskyproduzent gebaut hat (ich hatte leider KEIN Handtuch dabei, verdammt) ging es nach oben in die Mission Control. Mit Blick auf die Maischetanks und Nessi, den Feststoffabscheider, kann über 4 Monitore die gesamte Produktion automatisiert gesteuert werden.


Zwei Kupferbrennblasen, die in einem absoluten Leitungstetris kunstvoll in einen recht kleinen Raum eingebettet sind, sorgen dann dafür, dass aus der trüben Brühe ein schöner klarer New Make wird. Diesen New Make, der den wunderbaren Namen Helldog hat, kann man vor Ort käuflich erwerben.


Unser Spaziergang führte uns dann in den Keller, wo wir Infos zur Wasseraufbereitung und Wartung der Anlagen bekommen haben. Es ist ja nicht so, dass man vorne Wasser und Malz reinwirft und dann direkt Abfüllen kann, und das 24x7. A propos Abfüllen: Auch das passiert direkt hier, per Zapfpistole von Hand, wie an der Tankstelle. 


Derzeit läuft die Produktion nicht auf absoluten Hochtouren, sondern auf etwa 40%, was 12-15 Fässer pro Tag bedeutet. Die Fässer bezieht Hellinger übrigens von der Küferei Eder. Es werden rauchige und nicht-rauchige Produkte hergestellt, mit Malz dass aus Deutschland (nicht-rauchig) und Schottland (rauchig) kommt. Dabei wird 3 Monate am Stück das getorfte Produkt gebrannt, dann wird geputzt bevor es mit dem Nicht-Rauchigen weitergeht. Es ist übrigens nicht angedacht auch mal mit Roggen/Rye zu arbeiten.


Neben der Produktion und dem Besucherzentrum beherbergt das Gebäude auch ein Tonstudio, das wir uns kurz anschauen konnten. Der Weg vorbei an Gold und Platinplatten ist für jemanden schon recht beeindruckend, der beim Karaoke nach dem Motto Lautstärke-trumpft-Melodie agiert.




Die nächste Stunde stand ganz im Sinne des Tourismus, wir kuckten uns vom Bus aus Dresden an. Überlegungen ein Trinkspiel anzuzetteln und bei jedem „August der Starke“ einen zu trinken, wurden übrigens nicht in die Tat umgesetzt.



Am Ende der Tour kamen wir dann zu einem der Fasslager. Es war zwar ein recht kleines, dafür aber ein besonderes. Hier warten die privaten Fässer der Gründer darauf Whisky zu werden.

Gestärkt durch einen Snack beim Foodtruck „Sir Mampfelot“ (ich liebe alles an dem Namen) gab es dann das, worauf sich jeder von uns gefreut hatte: Whisky… bzw die Vorstufen dazu.
Zur Verkostung standen:
- rauchiger und nicht-rauchiger New Make (Hell Dog), den man wirklich gut trinken kann. Sehr smoother und fruchtiger Brand.
- New Make, der bereits 2 Jahre in einem Ex-Bourbon Fass lag
- New Make, der eineinhalb (?) Jahre in einem Rotweinfass lag.




Das war wirklich interessant, sie waren nicht schlecht, aber Whisky braucht halt Zeit. Die Beiden sind auf einem guten Weg.



Danach? Feuer frei. Die Ansage war „ihr zeigt auf ein Fass, wir holen euch was davon raus und ihr probiert“. Das braucht man einer durstigen Gruppe nicht 2x sagen. Von PX über Rum bis Amarone war so ziemlich alles dabei. 



Spannend für uns alle war eine neue Art von Holz. Zumindest ich habe noch nie etwas von einem Kiri-Fass gehört. Das bedeutet hier natürlich nicht, dass da vorher Frischkäse drin war. Wikipedia sagt dazu:

„Der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa, Syn.: Paulownia imperialis), auch Kaiserbaum, Kaiser-Paulownie oder Kiri-Baum (nach dem japanischen Namen Kiri für das Holz) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Paulownien (Paulownia), die wiederum die monotypische Familie der Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae) innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales) bildet.“ und weiter „Das Wachstum beträgt bis zu zwei Meter pro Jahr. Damit gehört der Kiri-Baum zu den schnellwachsenden Bäumen“



Eine schöne Verknüpfung zum Tonstudio im Hellinger-Bau: „Wegen der Klangholz-Eigenschaften wird das Paulownia-Holz auch für Musikinstrumente verwendet, etwa bei der traditionellen Mondgitarre und im Korpus von Elektrogitarren“

Das Holz fühlt sich irgendwie „weich“ an und erinnerte mich beim betasten ein wenig an Bastel-/Balsa-Holz. Das Destillat aus dem Fass war richtig lecker, sehr süß und ein wenig Popcornig beinah. Ich bin sehr sehr gespannt darauf, wie der Whisky am Ende schmecken wird, die 4 Fässer im Lager wurden erst im Frühjahr befüllt. Durstig ist das Holz auf jeden Fall auch, es hat sich am New Make gut bedient.

Irgendwann war aber auch der schönste Lagerbesuch vorbei, und die Gruppe wurde über einen kleinen Zwischenstop am Hotel zu dem Ort gebracht wo für Hellinger 42 bzw die Dresdener Whiskymanufaktur alles begann: Die Newtown Bar. Mythen und Legenden nach soll dort der Entschluss gefasst worden sein, eine Brennerei zu gründen und die größte Whiskymanufaktur Deutschlands zu bauen.





Danke nochmal an das tolle Team von Hellinger 42. Es war ein fantastischer Tag und ich bin sehr gespannt, wie sich eure Produkte entwickeln. 

Danke auch an Jason für die Organisation und die Einladung!



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