Das Leben kann echt toll sein - Besuch bei Finch

Werbung, da ich eingeladen war!


Ich durfte gestern zusammen mit einigen anderen tollen Menschen einen grandiosen Tag in der Nähe von Heroldstatt bei der Finch Whiskybrennerei verbringen. Hans-Gerhard Fink hat 1999 den ersten New Make gebrannt und im Jahr 2010 wurde die Marke Finch offiziell. Da ist es nur logisch, dass das „Kind“ irgendwann erwachsen wird und mehr Platz braucht.


Im Jahr 2022 wurde also damit begonnen, auf historischem Boden aus einer alten Scheune ein neues Brennereigebäude zu erschaffen. 

 
Nächste Woche, am 3.10. ist die offizielle Eröffnung des neuen Standorts der Finch Whiskydestillerie und Erlebnismanufaktur.
 

Es hat mich wirklich sehr gefreut und auch überrascht, als ich vor ein paar Wochen eine Einladung bekommen habe. Gestern durften grob 30 Personen schon mal ihre Nasen in alle Ecken der Brennerei und vor allem des neuen Fasslagers stecken.
 
Offiziell waren wir Versuchskaninchen, um mal auszutesten wie eine Führung bzw ein Event in der neuen Location so gestaltet werden könnten. 

 
Wir wurden ganz herzlich von Hans-Gerhard und seinem Team in Heroldstatt-Breithülen empfangen und jeder hat erst Mal ein Gläsle am Bendel, ein Verschberbreddle mit Brennereilogo und einen Whisky bekommen. Das war auch schon die erste von mehreren Stationen, an denen wir etwas zu Essen, einen tollen Tropfen und Einblicke in die Brennerei bekommen haben. Die hervorragenden Snacks wurden regional von Ausemländle im BT21 vorbereitet. Seeeehr Lecker.





Zur Begrüßungsansprache und dem netten Hallo von Hans-Gerhard und Team gab es den DistilleryOnly 1.1, White Wine Cask, 8 y., 42,6 %, dazu eine Brezel mit Whiskybutter. Das White Wine Cask war ein richtig schöner, leichter Einstieg in einen Tag, der einiges an Fassstärken bringen sollte. Ich wollte eigentlich noch Fragen was in der Whiskybutter drin war. Ingwer auf jeden Fall… aber ich habs dann vergessen.
 

Dann gings nach draußen. Der leichte Niesel hielt nur ein paar Minuten an, und so konnten wir fast trocken einen Spaziergang zum Fasslager machen. Dieses knapp 7 ha große Erlebnisgelände ist auf dem Gebiet eines ehemaligen Munitionslagers zu finden. Es liegt grob 10-15 min Fußweg von der Brennerei weg. Das Gelände hat eine bewegte Vergangenheit, so wurden dort im Kaiserreich Pferde fürs Militär gezüchtet, und nach dem zweiten Weltkrieg diente es den Franzosen als Munitionsdepot.
 

Vor Ort hinter dem Eingangstor war in einer ehemaligen Werkstatt unser zweiter Halt. Wir bekamen den zweiten Brennerei exklusiven Whisky in die Glencairns: DistilleryOnly 1.2, Virgin Oak Cask, 9 y., 46 %. Als kleine Stärkung nach dem Marsch gab es dazu einen in Whisky gebeizten Lachs mit einer tollen Creme drauf auf Brot. Hier haben wir etwas über die militärische Nutzung aus vergangenen Tagen erfahren. Der Whisky war genau richtig nach dem Fußmarsch. Immernoch schön leicht, und trotz Virgin Oak hatte ich nicht das Gefühl auf Holz rumzukauen. Schöner Tropfen!


 
Ein paar Minuten Fußweg weiter waren wir beim ersten Bunker, der bereits voll belegt mit schöööönen Fässern, nur auf uns gewartet hat. Ich bekomme die Reihenfolge der Infos nicht mehr ganz zusammen (dazu muss ich in den nächsten Wochen meine Videoschnipsel anschauen). Aber an einer Station haben wir von Hans-Gerhard Plänen für das Gelände und den Plänen für die Zukunft erfahren… da werden noch tolle Dinge auf die Alb zukommen. An dieser Station bekamen wir den DistilleryOnly 1.3, PX Sherry Cask, 10 y., 56,5 %. Ich glaube man könnte diesen Whisky mit Fug und Recht als „absolutes Brett“ bezeichnen. Dazu bekam jeder ein Gläschen warmes Apfelkompott mit einer leckeren Frischkäsecreme.
 

Weg von einem Bunker, quer durch das Gelände zu einem anderen Bunker. Es hat sich ein bisschen angefühlt wie bei den Hobbits im Auenland, denn wenn die Bunkertüren rund wären, dann könnten die Hobbits direkt einziehen. Von außen sind das richtig hübsch bewachsene Hügelchen. Hier bekamen wir gleich zwei „Gänge“ vom tollen Team.

 
Der Philip von Finch, den man vermutlich auf vielen Messen in der Zukunft sehen wird, hat ein Portweinfass als DistilleryOnly ausgesucht. Distillery Only 1.4, Port Wine Cask, 11 y., 56,8 %. Hier durften wir schwäbische Bruschetta mit selbstgebackenem Dinkelbrot genießen. Der Whisky war mein Gewinner des Tages, ich hab einfach eine Schwäche für Portreifungen.

 
Ich bin mir tatsächlich auch hier nicht mehr sicher, um welches Thema die Ansprache ging, aber Philip hat definitiv von seiner Auswahl des Whiskies geschwärmt und etwas über seine Arbeit erzählt.
Als Tropfen Nummer zwei gab es den Barrique R, 10y., 42%. Ja, der Whisky wird mittlerweile mit 10 Jahren abgefüllt, wer Barrique R schon etwas längere Zeit im Regal hat, der wird einen 8-jährigen besitzen (ich glaube es waren 8 Jahre). ZUm Whisky kann ich nur sagen: Wer den alten Barrique mag der wird auch mit dem hier mehr als happy sein! Dazu passte richtig gut eine schöne kräftige Kürbissuppe.

 
Die vorletzte Station der Tour fand sich dann an einer Halle auf dem Gelände. Es gibt auf diesem ehemaligen Munitionsdepots nicht nur Bunker sondern auch Hallen. Hier hat uns Hans-Gerhard etwas zu der Bauweise des Geländes erzählt. Ich habe wohl noch selten so viele freistehende Blitzableiter auf so engem Raum gesehen… sicherer könnte wohl Alkohol kaum lagern. Ich mein, wenn das so gebaut wird, dass ein Blitzschlag die Munition nicht hochgehen lässt, dann ist auch der Schnaps gut geschützt.
Das Essen… also hier gab es niemanden, der DAMIT gerechnet hat. Zum DistillersChoice, Single Malt Smoky, 10 y, 46 % gab es Austern. AUSTERN. Austern auf der schwäbischen Alb… als ich morgens aufgestanden bin hab ich definitiv damit nicht gerechnet. Man konnte sich aussuchen ob man rohe Austern mit Zitrone und einem kleinen Schuss vom Whisky haben möchte, oder ob man sie doch lieber vom Grill genießen mag. Ich hatte genug rohe Austern um zu wissen, dass ich die Grillvariante bevorzuge 😉. Smoky Whisky ist nicht meine Welt, aber das ist völlig OK. Ich hab ihn probiert. Man schmeckt definitiv raus, dass er ein Finish in Islay Fässern bekommen hat.

 
Da wir hier ein bisschen länger verweilt sind gab es noch einen zweiten Whisky, den DistilleryOnly 1.5 Madeira Cask, 11 y., 56,2 %. Wer Madeira mag darf den gerne mal probieren.

 
Das Signal zum Aufbruch kam durch das Wetter. Nach typisch schottisch-älblerischer Manier hat es wieder leicht zu nieseln angefangen. Schweren Herzens verließen wir die Halle (in der es FANTASTISCH gerochen hat) und machten uns auf den Weg zurück zur Brennerei.

 
Wie bei allen anderen Strecken, die wir an dem Tag gegangen sind, haben sich schnell immer wieder wechselnde Grüppchen gebildet und die Gruppe war mal enger zusammen und mal weiter auseinander. Es hat auch unheimlich Spaß gemacht, sich mit allen anwesenden über alles Rund um das Whiskyleben zu unterhalten.

 
Zurück in der Brennerei haben dann einige die Gelegenheit genutzt um die Lieblingstropfen des Tages mit nach Hause zu nehmen. Ich habe doch seeeehr zwischen 3 der Abfüllungen hin und her überlegt und mich am Ende für den Port entschieden. Außerdem durfte noch ein Nussbrand/likör mit dem kunstvollen Namen „die Nuss“ mit zu mir nach Hause. Riecht und schmeckt wie der leckere Bruder vom Frangelico. Nutella bzw. Nusspralinen in klar zum Trinken? Mjam… und aus süß und flauschig Gründen musste die Plüsch-Highland Cow Elli auch noch mit.


 
Zum Abschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein und es gab noch Steaks und Grillwurst.
Schönes Detail, das ich auch noch erwähnen will: Da doch ein paar Leute mit dem Auto da waren gab es auch „Fahrersets“, also abgefüllte Samples zum mitnehmen. Also gab es die Möglichkeit alle zu probieren, selbst wenn man nicht jeden Whisky vor Ort trinken konnte oder wollte.
 
Ganz herzlichen Dank an das Finch Team und Hans-Gerhard, was ihr da mit viel Arbeit, Herzblut und Geduld auf die Beine gestellt habt ist mehr als Bemerkenswert. 


 
Anmerkung: Die Produktion wird in den nächsten 2-3 Wochen vor Ort losgehen, der Zoll darf vorher noch alles dicht machen 😃
Anmerkung 2: Ich hab auch ein paar Dinge gefilmt, aber hab in den nächsten 2 Wochen wenig bis gar keine Zeit zu schneiden.
 
Wer sich das Ganze selber anschauen will, dem leg ich wärmstens den 3.Oktober ans Herz. Da wird die Erlebnisbrennerei offiziell eröffnet und es gibt ein schönes Programm, auch mit Bunkerbesichtigung.
Los geht es um 11 Uhr und es geht bis 18 Uhr
Die Adresse:
Hofsiedlung 31 - 72535 Heroldstatt-Breithülen


Bonuskatze:

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