Millstone - ein Besuch
„Here we make stupidly old-fashioned whisky“ - diese Worte aus dem Mund
von Distillery Manager Patrick van Zuidam fassen perfekt zusammen was
wir gestern bei der Bloggertour zu Millstone Distillers in Baarle-Nassau
erlebt haben.
Der liebe Whiskyjason hat wieder eine Horde whiskyaffiner Leute zusammengetrommelt und zusammen mit Kirsch dafür gesorgt, dass ebenjene Leute was dazulernen. Holland kann mehr als Tulpen und Fußball, und das durften wir erleben.
Im Jahr 1976 gründeten Fred und Hélène von Zuidam die nach ihnen benannte Brennerei Zuidam Distillers. Was zunächst mit Likören und dem niederländischen Nationalgetränk Genever begann wurde von Patrick und Gilbert 1996 um die ersten experimentellen Whiskies erweitert, und so kommen wir heute in den Genuss von bis zu 27 Jahre alten Abfüllungen, die sich nicht vor den schottischen Cousins verstecken müssen.
Angekommen in der Brennerei hatte jeder von uns dann zuerst einmal einen Fassgelagerten Genever im Glas, etwas, das viele von uns doch sehr überrascht hat… denn bis auf die Zusätze der Botanicals geht der Genever von Zuidam denselben Weg durch den Betrieb - vom Getreide bis ins Fass.
Nach einer ersten Erklärung zu Geschichte und einer groben Übersicht zu den Abfüllungen ging es dann in die Produktion - und ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht mit so riesigen Brennblasen. Ich war schon in ein paar Betrieben in Deutschland und hatte eigentlich gedacht, dass das recht ähnlich sein müsste - nix. Zwei große Washstills, 2 kleine Spiritstills plus nochmal zwei Kolonnen sorgen dafür, dass niemand an Whiskymangel oder Unter-Geneverung leiden muss.
Etwas besonderes ist dann auch das Fasslager. Jede Brennerei legt wert auf ihre Fässer, aber ich finde es schon besonders, dass Patrick viele neue Eichenfässer verwendet. Klar, es gibt natürlich auch bei Millstone die üblichen Sherry-/Port-/Bourbon-Verdächtigen, aber er lagert für seine Millstones überdurchschnittlich viel in Virgin Oak. Noch eine Besonderheit ist, dass die Fässer hier zum Teil auch stehend und nicht nur liegend lagern - was allerdings eher etwas mit den Platzverhältnissen zu tun hat als mit WünschdirWas.
Nach der Tour ging es mit dem RotWeiß Oberhausen Bus wieder zurück zum Whiskyhort, wo der Abend mit holländischen Spezialitäten (;-)) und noch ein paar weiteren Abfüllungen von Millstone ausklang. Danke an das Team vom Whiskyhort für die Gastfreundschaft!
Es war ein richtig toller Tag, und ich freue mich definitiv darauf in der Zukunft noch mehr von Millstone zu probieren.




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